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Lot Nr. 12 -


Oskar Kokoschka *


(Pöchlarn 1886–1980 Villeneuve)
Mädchen mit bloßen Füßen, um 1922, signiertOskar Kokoschka,Gouache und Aquarell auf Papier, 69,3 x 51,2 cm, gerahmt

Provenienz:
Sammlung Sam J. Levin (1903-1976) und Audrey Loew Levin (1914-1991), St. Louis, USA
deren Nachlassauktion, Sotheby’s, New York, 25. Februar 1992, Los 35
Privatsammlung, London

Verzeichnet:
Die Authentizität des vorliegenden Werkes wurde von Dr. Alfred Weidinger bestätigt. Das Werk wird in den zweiten Band des in Vorbereitung befindlichen Werkverzeichnisses aufgenommen.

„Das nämlich ist nicht zu übersehen, [dass] das, was diesen Blättern die innere Dimension gibt, die große Konzeption ist, die ein visionärer Mensch in die Dinge und Menschen hineinsieht.“
(Paul Westheim, Oskar Kokoschka, Potsdam-Berlin 1918)

Als Oskar Kokoschka 1919 eine Professur an der Akademie in Dresden erhielt, begann für ihn eine Zeit persönlicher und künstlerischer Ruhe. Die ungeheure emotionale Aufladung seiner Wiener Jahre, verstärkt durch die unglücklich verlaufene Liebe zu Anna Mahler-Werfel und danach die traumatischen Erfahrungen des Krieges, konnte er langsam verarbeiten und sich neu orientieren. Ein weniger expressiver dafür rhythmisch souveräner Umgang mit der Farbe erwacht, sowie ein geläutertes, aber nicht minder intensives Verständnis für die Psyche des Menschen.
Das kommt besonders in der Gruppe von Mädchenbildnissen hervor, die Kokoschka vornehmlich in Aquarell zwischen 1920 und 1923 ausführte. Sie stellen „einen Höhepunkt in der Kunst Kokoschkas“ dar und sind besondere Zeugnisse expressiver Ausdrucksform. Die Form erwächst nun ganz aus dynamisch, ja gestisch aufgetragenen Farbflecken, die „so ponderiert sind, daß in ihnen sowohl Bewegung wie Ruhe zum Ausdruck kommt.“ (Rupert Feuchtmüller, in: Oskar Kokoschka, Ausstellung zum 100. Geburtstag, Galerie Würthle, Wien, 1986, Kat. Nr. 49)
Ein besonders schönes Beispiel für die geradezu traumwandlerische Sicherheit des Malens stellt dieses Blatt eines sitzenden Mädchens dar. Aus kraftvollen, kurzen Pinselstrichen baut sich die Figur in geschlossener Form auf, bei der die nackten, von der Kante hängenden Füße und das Fehlen der Hände, die irgendwo verschüchtert im Gewand verschwinden, besonders sprechend auffallen. Am Ende sind es die Augen, die den Betrachter in Bann ziehen: blaue leuchtende Punkte, neugierig, stolz und einladend zugleich.

Expertin: Dr. Marianne Hussl-Hörmann Dr. Marianne Hussl-Hörmann
+43-1-515 60-765

marianne.hussl-hoermann@dorotheum.at

22.06.2021 - 16:00

Erzielter Preis: **
EUR 70.048,-
Schätzwert:
EUR 45.000,- bis EUR 70.000,-

Oskar Kokoschka *


(Pöchlarn 1886–1980 Villeneuve)
Mädchen mit bloßen Füßen, um 1922, signiertOskar Kokoschka,Gouache und Aquarell auf Papier, 69,3 x 51,2 cm, gerahmt

Provenienz:
Sammlung Sam J. Levin (1903-1976) und Audrey Loew Levin (1914-1991), St. Louis, USA
deren Nachlassauktion, Sotheby’s, New York, 25. Februar 1992, Los 35
Privatsammlung, London

Verzeichnet:
Die Authentizität des vorliegenden Werkes wurde von Dr. Alfred Weidinger bestätigt. Das Werk wird in den zweiten Band des in Vorbereitung befindlichen Werkverzeichnisses aufgenommen.

„Das nämlich ist nicht zu übersehen, [dass] das, was diesen Blättern die innere Dimension gibt, die große Konzeption ist, die ein visionärer Mensch in die Dinge und Menschen hineinsieht.“
(Paul Westheim, Oskar Kokoschka, Potsdam-Berlin 1918)

Als Oskar Kokoschka 1919 eine Professur an der Akademie in Dresden erhielt, begann für ihn eine Zeit persönlicher und künstlerischer Ruhe. Die ungeheure emotionale Aufladung seiner Wiener Jahre, verstärkt durch die unglücklich verlaufene Liebe zu Anna Mahler-Werfel und danach die traumatischen Erfahrungen des Krieges, konnte er langsam verarbeiten und sich neu orientieren. Ein weniger expressiver dafür rhythmisch souveräner Umgang mit der Farbe erwacht, sowie ein geläutertes, aber nicht minder intensives Verständnis für die Psyche des Menschen.
Das kommt besonders in der Gruppe von Mädchenbildnissen hervor, die Kokoschka vornehmlich in Aquarell zwischen 1920 und 1923 ausführte. Sie stellen „einen Höhepunkt in der Kunst Kokoschkas“ dar und sind besondere Zeugnisse expressiver Ausdrucksform. Die Form erwächst nun ganz aus dynamisch, ja gestisch aufgetragenen Farbflecken, die „so ponderiert sind, daß in ihnen sowohl Bewegung wie Ruhe zum Ausdruck kommt.“ (Rupert Feuchtmüller, in: Oskar Kokoschka, Ausstellung zum 100. Geburtstag, Galerie Würthle, Wien, 1986, Kat. Nr. 49)
Ein besonders schönes Beispiel für die geradezu traumwandlerische Sicherheit des Malens stellt dieses Blatt eines sitzenden Mädchens dar. Aus kraftvollen, kurzen Pinselstrichen baut sich die Figur in geschlossener Form auf, bei der die nackten, von der Kante hängenden Füße und das Fehlen der Hände, die irgendwo verschüchtert im Gewand verschwinden, besonders sprechend auffallen. Am Ende sind es die Augen, die den Betrachter in Bann ziehen: blaue leuchtende Punkte, neugierig, stolz und einladend zugleich.

Expertin: Dr. Marianne Hussl-Hörmann Dr. Marianne Hussl-Hörmann
+43-1-515 60-765

marianne.hussl-hoermann@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Moderne
Datum: 22.06.2021 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 17.06. - 22.06.2021


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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