Sie nutzen einen veralteten Browser!

Um unsere Website voll funktionsfähig nutzen zu können, sollten Sie eine aktuelle Browserversion installieren. Eine Auflistung von empfohlenen Browserversionen finden Sie gleich hier.



Lot Nr. 33


Giorgio de Chirico *


(Volos, Griechenland 1888–1978 Rom)
Cavalli sbandati dopo la battaglia, 1955–57, signiert; rückseitig signiert und bezeichnet, Öl auf Leinwand, 73 x 87,5 cm, gerahmt

Die vorliegende Arbeit ist beim Archivio Fondazione Giorgio e Isa de Chirico, Rom, registriert. Ein Fotozertifikat liegt bei.

Provenienz:
Europäische Privatsammlung (1957 erworben)

Schon seit seiner frühen Kindheit in Volos und Athen war Giorgio de Chirico von Bildern der antiken Welt umgeben. Seine Herkunft und dann sein Studium der Malerei und Zeichnung, das er am Polytechnikum in Athen und später an der Akademie der Bildenden Künste in München absolvierte, ermöglichten ihm die Entdeckung der klassischen Mythologie, Geschichte und Architektur, die eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration für seine Malerei darstellten.

Dieses faszinierende Gemälde greift eines der beliebtesten und immer wiederkehrenden Themen de Chiricos auf: klassisch-anmutende Pferde in Bewegung, die allein in einer antiken mediterranen Landschaft mit Ruinen oder Schlössern im Hintergrund stehen.
Seine Pferde, pulsierend vor Leben, bewegt von malerischer Materie und traumähnlicher Fantasie, beseelt von einem unerschöpflichen Leben, waren das „Rätsel und die unendliche Nostalgie der Tiefe”, wie er einmal sagte. Als uralte und ikonische Kreaturen wurden sie zu einem der wichtigsten evokativen Bilder seiner Kunst und tauchen in zahlreichen Gemälden während seiner gesamten Karriere auf: angefangen bei den ersten Gemälden (in einem Stil, der an Böklin erinnert) bis hin zu den späteren Gemälden der 1930er Jahre (die der Technik Renoirs folgen). Sie wurden dann in der sogenannten neometaphysischen Periode wieder aufgegriffen, die nach dem Zweiten Weltkrieg begann und fast bis zum Tod des Künstlers andauerte.
Im Gemälde „Cavalli sbandati dopo la battaglia” (Streunende Pferde nach der Schlacht) gibt es neben den mythischen Pferden, die in der Poesie de Chiricos so beliebt sind und hier unbestrittene Protagonisten der Szene sind, ein weiteres wiederkehrendes Element im Werk des Meisters: die Burg. Auch sie ist ein Symbol für alte Kulturen: das Herz und die Seele einer ganzen Zivilisation, deren Schicksal vom Kommen und Gehen innerhalb der grandiosen Architektur abhing.
Die hoch aufragende Burg steht hier in Flammen, majestätisch, aber „besiegt“. Verwirrt und verlassen fliehen die Pferde in ihr Schicksal, und die umgebende Natur erhält eine ausgesprochen dramatische Qualität, gekonnt wiedergegeben durch schnelle, aufgeregte, fast expressionistische Pinselstriche.

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it

22.06.2021 - 16:00

Schätzwert:
EUR 80.000,- bis EUR 120.000,-

Giorgio de Chirico *


(Volos, Griechenland 1888–1978 Rom)
Cavalli sbandati dopo la battaglia, 1955–57, signiert; rückseitig signiert und bezeichnet, Öl auf Leinwand, 73 x 87,5 cm, gerahmt

Die vorliegende Arbeit ist beim Archivio Fondazione Giorgio e Isa de Chirico, Rom, registriert. Ein Fotozertifikat liegt bei.

Provenienz:
Europäische Privatsammlung (1957 erworben)

Schon seit seiner frühen Kindheit in Volos und Athen war Giorgio de Chirico von Bildern der antiken Welt umgeben. Seine Herkunft und dann sein Studium der Malerei und Zeichnung, das er am Polytechnikum in Athen und später an der Akademie der Bildenden Künste in München absolvierte, ermöglichten ihm die Entdeckung der klassischen Mythologie, Geschichte und Architektur, die eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration für seine Malerei darstellten.

Dieses faszinierende Gemälde greift eines der beliebtesten und immer wiederkehrenden Themen de Chiricos auf: klassisch-anmutende Pferde in Bewegung, die allein in einer antiken mediterranen Landschaft mit Ruinen oder Schlössern im Hintergrund stehen.
Seine Pferde, pulsierend vor Leben, bewegt von malerischer Materie und traumähnlicher Fantasie, beseelt von einem unerschöpflichen Leben, waren das „Rätsel und die unendliche Nostalgie der Tiefe”, wie er einmal sagte. Als uralte und ikonische Kreaturen wurden sie zu einem der wichtigsten evokativen Bilder seiner Kunst und tauchen in zahlreichen Gemälden während seiner gesamten Karriere auf: angefangen bei den ersten Gemälden (in einem Stil, der an Böklin erinnert) bis hin zu den späteren Gemälden der 1930er Jahre (die der Technik Renoirs folgen). Sie wurden dann in der sogenannten neometaphysischen Periode wieder aufgegriffen, die nach dem Zweiten Weltkrieg begann und fast bis zum Tod des Künstlers andauerte.
Im Gemälde „Cavalli sbandati dopo la battaglia” (Streunende Pferde nach der Schlacht) gibt es neben den mythischen Pferden, die in der Poesie de Chiricos so beliebt sind und hier unbestrittene Protagonisten der Szene sind, ein weiteres wiederkehrendes Element im Werk des Meisters: die Burg. Auch sie ist ein Symbol für alte Kulturen: das Herz und die Seele einer ganzen Zivilisation, deren Schicksal vom Kommen und Gehen innerhalb der grandiosen Architektur abhing.
Die hoch aufragende Burg steht hier in Flammen, majestätisch, aber „besiegt“. Verwirrt und verlassen fliehen die Pferde in ihr Schicksal, und die umgebende Natur erhält eine ausgesprochen dramatische Qualität, gekonnt wiedergegeben durch schnelle, aufgeregte, fast expressionistische Pinselstriche.

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Moderne
Datum: 22.06.2021 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 17.06. - 22.06.2021