EIN HERVORRAGENDES JAHR

Rückblick auf die Auktionen 2024 im Dorotheum


Das Dorotheum kann auf ein insgesamt hervorragendes Auktionsjahr zurückblicken. Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes gelang es, eines der besten Ergebnisse in der Geschichte zu erzielen.

Als größter Kunstversteigerer im deutschsprachigen Raum punkteten neben den bestens angenommenen digitalen Services die charakteristische Vielfalt des Dorotheum. Über 40 Sparten decken das Kunst- und Antiquitätenspektrum bestens ab. 

Auch die internationale Ausrichtung des Dorotheum ist ausschlaggebend für den Erfolg. Bieterinnen und Bieter aus knapp 90 Ländern wetteiferten um die Kunstwerke. Das Kunst-Auktionshaus mit Sitz in Wien ist in Mailand und Rom, in Brüssel, Prag, München, Düsseldorf und Hamburg mit Repräsentanzen vertreten. Ausgebaut wurde 2024 das Team des Dorotheum Deutschland. Mit Joëlle Romba gewann das Haus eine kompetente Fachfrau für moderne und zeitgenössische Kunst in Berlin. Gemeinsam mit Dr. Petra Schäpers, Dorotheum Düsseldorf, betreut Joëlle Romba Kundinnen und Kunden dieser Sparte in Deutschland. Carl Philipp von Weitzel-Mudersbach verstärkt ab heuer als Uhren- und Juwelenexperte von München aus das Team in Deutschland. 

Weltrekorde
Aufsehenerregende Weltrekorde im höherpreisigen Bereich konnte das Dorotheum im Laufe des Auktionsjahres verbuchen. Für eine unbetitelte Arbeit der spät entdeckten Österreicherin von Weltrang, Martha Jungwirth, wurde das Doppelte des bisherigen Rekordes für ein gestisch-abstraktes Bild der Malerin ausgelegt (€ 520.000). Einen Weltrekordpreis bedeuteten auch die 700.000 Euro, die das letzte Selbstporträt von Max Oppenheimer einspielte. Das aus dem heutigen Wien-Museum an die Erben, zwei gemeinnützige Institutionen, restituierte Gemälde gilt als eines der bedeutendsten Selbstbildnisse der Zwischenkriegszeit.

Theodor von Hörmanns 1891 mit kühnem Bildausschnitt gemalte „Eisschollen am Ufer der Thaya“ brach mit 390.000 Euro ebenfalls den bisherigen Preisrekord für den einflussreichen Künstler des 19. Jahrhunderts. Für Robert Russ‘ „Italienische Pergola“ wurde mit 195.000 Euro der bisher höchste Auktionszuschlag für ein Werk des Künstlers erzielt.

Im Bereich der Alten Meister sorgte ein Doppelbildnis des dornengekrönten Christus und Maria von Perugino für einen sensationelles Ergebnis von 842.800 Euro und somit für einen Weltrekord für ein Werk des großen Renaissance-Malers und Lehrers von Raffael. Ein weiterer Star der abendländischen Kunstgeschichte, Francisco José de Goya y Lucientes, ließ mit seiner Porträtskizze der Infantin Maria Isabel für das berühmte Gruppenbildnis der Familie Carlos IV. aufhorchen: 712.500 Euro war es einem Bieter wert. Ein weiteres Werk einer prominenten Künstlerin zog das Interesse auf sich. Artemisia Gentileschis „Maria mit Kind“ erlöste herausragende 565.000 Euro. Die seltenen Alten Meisterinnen sind generell äußerst begehrt, da viele Sammler ihre Kollektion mit diesen Arbeiten ergänzen und vervollständigen wollen.

2024 übertraf der Bereich der modernen Kunst alle Erwartungen. Neben Oppenheimer standen Werke von Schiele und Klimt hoch im Kurs. Auch Arbeiten von Alexej Jawlensky, Victor Brauner oder Francis Picabia wurden hoch beboten. Im Frühjahr erreichte eine Bleistiftstudie für Judith II von Gustav Klimt 520.000 Euro. Im November des Jahres entbrannten Bietgefechte um Kohlezeichnungen von Egon Schiele. Sein „Sitzendes Mädchen mit Haarschleife“ verdreifachte seine untere Taxe mit 737.500 Euro. 

An der Spitze der Zeitgenössischen Kunst rangiert die zehnteilige Serie von Andy Warhol „Ten Portraits of Jews of the Twentieth Century“ aus dem Jahre 1980. 1,09 Millionen Euro bedeuten einen Rekordpreis für diese Serie. 
Spitzenpreise bei den Zeitgenossen wurden etwa für Arbeiten von Emilio Vedova, Antoni Tàpies, Mikuláš Medek oder Gerhard Richter erzielt. Seit Herbst des Jahres ist mit den „Editions“ die zeitgenössische Druckgrafik ein erfolgreicher neuer Bestandteil der Auktionswoche Contemporary Week.

Bei Kundinnen und Kunden besonders gefragt waren einmal mehr die Juwelen. Highlights waren zwei Chantecler Colliers oder ein Smaragd-Ring Typ Kolumbien, welcher seinen Schätzwert mit dem Ergebnis von 96.000 Euro vervielfachte. Erlesene Provenienz ist – neben großen Steinen – gefragt: Eine aus dem Haus Habsburg stammende, um 1880 gefertigte Diamantbrosche mit zwei unbehandelten Rubinen fand für 71.500 Euro einen neuen Besitzer. Bei den Armbanduhren, die stets auf großes Interesse stoßen, punkteten große Marken, allen voran Patek Philippe mit seinem Modell Nautilus. 

Nach Arbeiten von Josef Hoffmann herrscht seit Jahren hohe Nachfrage. Ein herausragendes Ergebnis für ein historisch besonders wertvolles Set des Universalisten und Designers konnte in der Jugendstil Auktion erreicht werden. Für eine große Jardiniere und zwei Blumenvasen aus Silber, vor 1905 hergestellt von der Wiener Werkstätte, legte ein Interessent 210.000 Euro aus. Dis Stücke stammten aus dem Tafelarrangement der Ausstellung der Wiener Werkstätte "Der gedeckte Tisch" in der Neustiftgasse 32, welche am 11. Oktober 1906 eröffnet wurde.


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