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KEINE REINE KOPFSACHE

Ein kluger Kopf schaut am 4. November 2014 zur Jugendstil-Auktion ins Dorotheum in Wien


Bei der Jugendstil-Auktion am 4. November 2014, um 17 Uhr im Dorotheum Wien, einer Versteigerung mit außergewöhnlichen Toplosen, Seltenem und Stücken mit besonderer Provenienz heißt es, ob des Angebotes einen kühlen Kopf zu bewahren.

Denn kopflos ist das Angebot an Wiener Keramiken bedeutender österreichischer Künstlerinnen der Jahrhundertwende nicht. Expressiv und ganz im Stil und der Mode der 1920-er Jahre gestaltet sind die etwa 25 cm hohen Keramik-Frauenköpfe Gudrun Baudischs, hergestellt durch die Wiener Werkstätte (Schätzwerte € 26.000 – 30.000; € 8.000 – 10.000 und € 6.000 – 8.000). Nach einem Entwurf Vally Wieselthiers aus 1928 ist ein ähnlicher Frauenkopf auch von den Wiener Werkstätten produziert (€ 7.000 – 9.000).

Den Kopf nicht zu verlieren heißt es bei den Schmuckstücken von Josef Hoffmann und Kolo Moser. Eine Brosche im originalen Etui verpackt, um 1922 von Hoffmann für Mäda Primavesi, eines der wohl bekanntesten Familienmitglieder der Wiener Fördererfamilie, entworfen, besticht mit ihrem goldenen Blätterwerk und drei Diamanten als Blüten (€ 40.000 – 60.000). Ebenfalls von Josef Hoffmann ist ein 1909 von den Wiener Werkstätten ausgeführter Anhänger. Abstrakt und simpel in seiner Form liegt der Silber vergoldete, mit Perlmuttschalen dekorierte Anhänger bei einem Schätzwert von 25.000 bis 40.000 Euro. Als weiteres Toplos kann zweifelsfrei die 1905 entworfene Gürtelschließe von Kolo Moser angesehen werden. Eine stilisierte florale Ranke aus Silber im mandelförmigen Durchbruch der rechteckig geformten Schließe lässt sie ganz dem Sinn des Jugendstils entsprechen (€ 50.000 – 70.000). Mit solchem Schmuck ist bestimmt so mancher Kopf zu verdrehen.

„Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen“, so heißt es. Ein wahrer Ausspruch? Oder schlicht eine freche Redewendung? Auf den Kopf gefallen scheint Ferdinand Preiss „Beach dancer“-Mädchenfigur auf jeden Fall nicht. Aus Elfenbein geschnitzt, in einem farbigen Bikini der 1930-er Jahre blickt das Mädchen seinen Betrachter mit in die Höhe gestreckten Armen herausfordernd an (€ 16.000 – 20.000). Auch Alexandre Keletys tanzendem Pierrot kann derlei nicht nachgesagt werden, beim Tanz demaskiert er seine Pierrette. Das Paar ist aus patinierter Bronze um 1925 gefertigt (€ 7.000 – 10.000).

Genauso zahlt es sich aus, sich das Möbelangebot dieser Jugendstil-Auktion durch den Kopf gehen zu lassen. Ein seltener Schreibtisch mit passendem Sessel von Carlo Bugatti stellt einen besonderen Blickfang dar. In Mailand um 1900 gefertigt besticht das Ensemble durch seine reiche Dekoration. Aus Palisanderholz, mit Edelhölzern intarsiert und mit Messing- und Zinnplättchen verziert, teilweise mit Pergament überzogen und mit Quastenbehang geschmückt liegt die Garnitur bei 30.000 bis 40.000 Euro. Und möchte man sich in Ruhe den Kopf über Ankäufe dieser Art zerbrechen, lädt Adolf Loos „Knieschwimmer“-Fauteuil am ehesten dazu ein (€ 6.000 – 8.000). Otto Prutschers Luster aus dem Damensalon der Villa Rothberger in Baden lässt die Sache jedenfalls im richtigen Licht erscheinen (€ 6.000 – 8.000).

Sich von Kopf bis Fuß mit Jugendstil-Stücken auszustatten fällt bei diesem Angebot wahrlich leicht.

Online-Katalog

 

JUGENDSTIL UND ANGEWANDTE KUNST DES 20. JAHRHUNDERTS
Auktionsdatum
Dienstag, 4. November 2014, 17 Uhr
Besichtigung ab 28. Oktober 2014
Ort Palais Dorotheum, Wien 1, Dorotheergasse 17
Expertin Dr. Julia Blaha, julia.blaha@dorotheum.at, Tel. +43-1-515 60-226 


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