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STARS UND OUTSIDER

4.-7. Juni: Contemporary Week im Dorotheum mit moderner und zeitgenössischer Kunst, Juwelen, Armband-und Taschenuhren


Ob Klimt, ob Walde, West, Warhol oder Dubuffet: Die Contemporary Week des Dorotheum überzeugt mit internationaler Qualität.

Zeitgenössische Kunst | Teil I: 5. Juni, Teil II: 6. Juni 2019

Er vergötterte Stars und war selbst einer: Andy Warhol. Er riet auf die Oberfläche seiner Bilder zu sehen, da sei nichts dahinter. Metaphysik müssen schon die Betrachter herstellen. Autounfälle oder elektrische Stühle als Bildsujets waren dennoch ein Kommentar, gleichfalls seine massenhaft reproduzierte ewig lächelnde, maskenhafte Marilyn, eine tragische Diva. Das am 5. Juni im Dorotheum angebotene Bild des Pop-Artisten zeigt eine Reihe von reproduzierten Fotos von
Judy Garland and Liza Minelli, wie auf einer Pinwand aufgereiht. Alle 13 Fotos sind gestellt und inszeniert. Beide Frauen, Mutter und Tochter, waren Kinderstars und gelangten früh zu Weltruhm ­–  mit allen unerwünschten Nebenwirkungen. Warhols Bild entstand 1978, zu einer Zeit, als er und, die mit ihm gut befreundete, Liza Minelli das legendäre Studio 54 in New York frequentierten. 
Von diesem Bild, das mit einem Schätzwert von 280.000 bis 420.000 Euro in die Auktion geht, existieren insgesamt drei farbig unterschiedliche Varianten.

Abhängigkeiten
Warhols Marilyn machte eine Ikone des 20. Jahrhunderts auch zur Kunst-Ikone. Franz West steckte 1981 zwei der Warhol’schen Marilyn-Postkarten gemeinsam mit einem überarbeiteten Foto der Wiener Galeristinnen Heike Curtze, Ursula Krinzinger und Grita Insam, in einen mit Gips geformten, amorphen Franz-West-Rahmen. Titel der Arbeit: Suchtgiftabhängiger (€ 25.000 – 45.000). Fotos von Massenprodukten stellt er ebenfalls Abbildungen von Protagonisten des Wiener Kulturlebens in seiner Visuellen Analyse aus 1974 gegenüber. Laut Eva Badura-Triska thematisiert West die soziale Rolle von Kulturschaffenden und deren Rolle als Stars oder Outsider in der Gesellschaft. Für die Collage erwartet man zwischen 25.000 und 45.000 Euro.

Archaisch
Frühe Höhlenmalerei, Graffiti, Kinderzeichnungen oder Arbeiten von psychisch Kranken – all diese Elemente faszinierten Jean Dubuffet und fließen stilistisch in seine Werke ein. Er betreibt so etwas wie eine Archäologie der menschlichen Seele. Vom so genannten Vater der einflussreichen Kunstrichtung „Art Brut“, der rohen, direkten und „ursprünglichen“ Kunst, werden bei der Dorotheum-Auktion drei Arbeiten angeboten. Stilisierte Figuren sind bei Paysage avec personnage (Landschaft mit Personen) in die Landschaft eingeschrieben, vereinen die Erde und seine Bewohner (€ 300.000 – 400.000). Tete (Kopf) ist auf das Wesentliche reduziert und gleichzeitig universell,  Buisson au papillon zählt mit seinen Versatzstücken aus Blättern und anderem organischem Material zu Dubuffets Serie „Materiologies“.

An Farbstrahlen und Kristalle erinnern die raffinierten Farbgitter-Bilder von Piero Dorazio. Eine  Elfenbeinturm benannte Arbeit aus 1957 betont die Vertikal- und Horizontalstruktur der Komposition und schafft ein Netz, der den Raum neu erfindet. „Der Elfenbeinturm drückt die Isolation aus, Grundbedingung für einen kreativen Akt“, so der Katalogtext (€ 180.000 – 260.000).
Von der Form der Wüstenrose abgeleitet ist die runde Bronzeskulptur von Arnaldo Pomodoro. Die Bronze mit 60cm Durchmesser soll, so der Künstler, einen „dialektischen Prozess zwischen unendlichem Raum und organischer Struktur“ schaffen (€ 200.000 – 300.000).

Den Akt des Malens stellt Informel-Protagonist Hans Hartung in den Mittelpunkt seiner aufs Wesentliche konzentrierten Arbeiten. Von den ZERO-Künstlern überzeugen auch diesmal Arbeiten von Otto Piene, Günther Uecker hier eine streng geometrische „Reihung“ von 1970 (€ 400.000 – 600.000) – oder Heinz Mack.

Unter den weiteren Künstlern: Hermann Nitsch, Arnulf Rainer, Heimo Zobernig, Ilya Kabakov, Alex Katz, Jonas Burgert, Fabio Mauri, Carla Accardi, Berlinde de Bruyckere u.v.m


Klassische Moderne | 4. Juni 2019

Paradiesisch
Die schreienden Farben der Expressionisten sind bei Hermann Max Pechsteinjungem Mädchen am Meer einer ausgewogenen Farbkomposition aus 1923 gewichen, der spontane Pinselduktus bleibt. Auf diesem am 4. Juni bei der Auktion Klassische Moderne angebotenen Gemälde klingt die Sehnsucht des Brücke-Malers nach dem Paradies, dem Einklang der Natur mit dem Menschen durch. Pechstein der im NS-Regime als „entartet“ verfemt wurde, heiratete im Entstehungsjahr des Bildes das dargestellte Modell, Marta Möller (€ 180.000 – 250.000).

Durchgedreht
Wie eine Drehtür hatte Man Ray 1919 seine zehn Collagen in der New Yorker Daniel Galerie angeordnet. Revolving Doors, die Serie von, wie Man Ray sagte, „pseudowissenschaftlichen Abstraktionen“, spielte prophetisch mit Kinetik und dem Verhältnis von Mensch und Maschinellem. Der Künstler, gemeinhin bekannt für seine surrealistischen Fotografien und Rayografien, setzte diese Collagen-Serie 1942 in Ölbilder um. Die mit skurrilen Titeln benannten Blätter hießen etwa Betonmischer, Das Treffen, Drachenfliege. Jene Long Distance betitelte Arbeit ist Teil der Moderne-Auktion. Er überschneidet die Formen eines Luftschiffes mit Streifen von knalligen Farben – ein Symbol der unaufhaltsamen Energie einer ständig expandierenden technologischen Welt (€ 140.000 –  180.000).

Sommerschnee
Kaum jemand konnte alpine Schneelandschaften besser darstellen als Alfons Walde, dessen Arbeiten hoch im Kurs von Sammlern stehen.  Ein Beispiel dafür ist sein Hof am Wilden Kaiser von 1935, in der bläulicher Schnee, Gebäude, Menschen und Bergwelt eine suggestive Einheit bilden. (€ 250.000 – 380.000).

Weitere bedeutende Arbeiten der Auktion stammen von Gustav Klimt, Carl Moll, Oskar Kokoschka, Lyonel Feininger, Giacomo Balla, Marino Marini, Paul Cézanne u. v. m.


Juwelen | 5. Juni 2019
Armband- und Taschenuhren | 7. Juni 2019

Die Juwelen-Auktion am 5. Juni hält rund 200 exquisite Juwelen aus mehreren Epochen und Stilrichtungen bereit – ein beliebtes Investment. Besonders überzeugen einige außergewöhnliche Steine, unter anderem ein Brillantsolitär-Ring mit 6,69 ct.-Brillanten (€ 40.000 – 60.000) .

Armbanduhren-Klassiker stehen bei der Auktion am 7. Juni am Programm: Unter den rund 200 luxuriösen Armband- und Taschenuhren findet sich etwa eine Audemars Piguet Royal Oak Offshore, eine sportliche Edelstahl-Armbanduhr mit ewigem Kalender, die Nr. 9 einer limitierten Auflage (€ 20.000 – 30.000). Weitere Marken: Rolex, Patek Philippe, Glashütte, Omega.


AUKTIONWOCHE: CONTEMPORARY WEEK 4. bis 7. Juni 2019
Klassische Moderne Dienstag, 4. Juni 2019, 17.00 Uhr
Zeitgenössische Kunst I Mittwoch, 5. Juni 2019 , 17.00 Uhr
Zeitgenössische Kunst II Donnerstag, 6. Juni 2019, 16.00 Uhr
Juwelen Mittwoch, 5. Juni 2019, 13.00 Uhr
Armband- und Taschenuhren Freitag, 7. Juni 2019, 16.00 Uhr
Besichtigung ab 25. Mai 2019
Auktionsort Palais Dorotheum, Wien 1, Dorotheergasse 17


Bildmaterial:

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