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Lot No. 101


Rudolf,


Rudolf, - Autographs

Kronprinz von Österreich, 1858 - 1889. E. B. m. U., Ischl, 21. 8. 1881, 7 1/2 S., 8vo.

Ausführliches und bedeutendes Schreiben an seinen Schwiegervater König Leopold II. von Belgien, etwa drei Monate nach der Hochzeit:... Theuerster Schwiegervater, innigsten, ergebendsten Dank für Deinen gütigen Brief und die Glückwünsche zu meinem Geburtstage, die mich unendlich freuten (...) Die verschiedenen Festtagen, den Geburtstag des Kaisers und heute den Meinigen brachten wir, so wie gestern besonders den Namenstag Stephanies angenehm im Kreis vieler Verwandter zu. Der Kaiser sieht Gottlob sehr gut aus und ist wohler und man könnte sagen jünger als je; läuft bei den Jagden die Berge wie ein junger Herr empor und kehrte sehr vergnügt von Seiner anstrengenden Reise am Bodensee, in Vorarlberg, und Tyrol zurück. Überall empfing man ihn auf das herzlichste und es soll ein wahrer Triumphzug durch diese schönen Gebirgsländer gewesen sein. In dynastischer Beziehung geht alles Gottlob sehr gut , sonst aber haben wir auch schwere Zeiten. Das Ministerium muss um sich zu erhalten immer mehr auf die Wünsche der Majorität eingehen, und da weht nun eine arg nationale und clericale Luft in Oesterreich, die mir etwas Besorgnisse einflößt. In Deutschland ist jetzt dasselbe, dort vielleicht noch ärger als bei uns. Ich fürchte dass diese in beiden Ländern von oben aus unterstützten reaktionären Principien eine heftige liberale, man kann selbst sagen, radicale Gegenströmung hervorrufen müssen, die vielleicht über kurz oder lang unan genehme Folgen haben wird. Bei uns kommt noch der Umstand dazu, dass alle Slaven mit dem stark reaktionär gefärbten Ministerium Taaffe und der cle ricalen Partei gehen, nur um dadurch in der Majorität zu bleiben und ihre Wünsche durchführen zu können, wenn sie das erreicht haben, werden sie ihre jetzigen Bundesgenoss en fallen lassen, denn sie sind in ihrem Inneren viel liberaler als die sogenannte deutsche Verfassungstreue Partei. Man lebt bei uns im frommen Wahn, dass die Slaven conservativ seien, sie sind es nur so lange es ihnen nützt ...".

Specialist: Mag. Andreas Löbbecke Mag. Andreas Löbbecke
+43-1-515 60-389

books@dorotheum.at

30.11.2015 - 14:00

Realized price: **
EUR 3,000.-
Starting bid:
EUR 1,000.-

Rudolf,


Kronprinz von Österreich, 1858 - 1889. E. B. m. U., Ischl, 21. 8. 1881, 7 1/2 S., 8vo.

Ausführliches und bedeutendes Schreiben an seinen Schwiegervater König Leopold II. von Belgien, etwa drei Monate nach der Hochzeit:... Theuerster Schwiegervater, innigsten, ergebendsten Dank für Deinen gütigen Brief und die Glückwünsche zu meinem Geburtstage, die mich unendlich freuten (...) Die verschiedenen Festtagen, den Geburtstag des Kaisers und heute den Meinigen brachten wir, so wie gestern besonders den Namenstag Stephanies angenehm im Kreis vieler Verwandter zu. Der Kaiser sieht Gottlob sehr gut aus und ist wohler und man könnte sagen jünger als je; läuft bei den Jagden die Berge wie ein junger Herr empor und kehrte sehr vergnügt von Seiner anstrengenden Reise am Bodensee, in Vorarlberg, und Tyrol zurück. Überall empfing man ihn auf das herzlichste und es soll ein wahrer Triumphzug durch diese schönen Gebirgsländer gewesen sein. In dynastischer Beziehung geht alles Gottlob sehr gut , sonst aber haben wir auch schwere Zeiten. Das Ministerium muss um sich zu erhalten immer mehr auf die Wünsche der Majorität eingehen, und da weht nun eine arg nationale und clericale Luft in Oesterreich, die mir etwas Besorgnisse einflößt. In Deutschland ist jetzt dasselbe, dort vielleicht noch ärger als bei uns. Ich fürchte dass diese in beiden Ländern von oben aus unterstützten reaktionären Principien eine heftige liberale, man kann selbst sagen, radicale Gegenströmung hervorrufen müssen, die vielleicht über kurz oder lang unan genehme Folgen haben wird. Bei uns kommt noch der Umstand dazu, dass alle Slaven mit dem stark reaktionär gefärbten Ministerium Taaffe und der cle ricalen Partei gehen, nur um dadurch in der Majorität zu bleiben und ihre Wünsche durchführen zu können, wenn sie das erreicht haben, werden sie ihre jetzigen Bundesgenoss en fallen lassen, denn sie sind in ihrem Inneren viel liberaler als die sogenannte deutsche Verfassungstreue Partei. Man lebt bei uns im frommen Wahn, dass die Slaven conservativ seien, sie sind es nur so lange es ihnen nützt ...".

Specialist: Mag. Andreas Löbbecke Mag. Andreas Löbbecke
+43-1-515 60-389

books@dorotheum.at


Buyers hotline Mon.-Fri.: 10.00am - 6.00pm
stamps@dorotheum.at

+43 1 515 60 323
Auction: Autographs
Date: 30.11.2015 - 14:00
Location: Vienna | Palais Dorotheum
Exhibition: 25.11. - 30.11.2015


** Purchase price excl. charges and taxes

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