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Lot No. 10 V


1953 Tempo Wiking Pritschenwagen (ohne Limit / no reserve)


Typischer Vertreter der Wiederaufbau-Pioniere
Bestens dokumentierte Geschichte
Liebevoll restauriert

Die Vidal & Sohn Tempo-Werk GmbH mit Sitz in Hamburg produzierte ab 1928 Lieferwagen, am bekanntesten darunter sicher die Tempo-Dreiräder. Deren herausragendes Prinzip war, alles für den Antrieb Notwendige im Fahrerhaus unterzubringen, sodass man in der Wahl des Aufbaues freie Hand hatte. Auch wenn sich das Prinzip über Jahrzehnte gehalten hat, die Ansprüche in den Aufbaujahren nach dem Krieg waren inzwischen doch gewachsen und die Stückzahlen fielen rapide. So stellte man deshalb 1953 den vierrädrigen Tempo Wiking als Nachfolger für den als nicht mehr zeitgemäß empfundenen dreirädrigen Tempo Hanseat vor. Das Fahrzeug war vergleichsweise günstig und bewusst unterhalb des nächstgrößeren Modells Matador 1000 angesiedelt. Zwar in ähnlicher Konstruktionsweise ausgeführt, wurden beim neuen Wiking viele Bauteile einfacher ausgelegt und auch etwas kleiner dimensioniert. Auf alle Fälle hatte man den Bedarf richtig eingeschätzt und die Kundschaft bestellte fleißig.

Auch der selbständige Metzgermeister Franz Claudy aus Berchtesgaden griff bereits im Erscheinungsjahr zu. Der erste Eintrag im alten Pappdeckelbrief datiert auf den 25. November 1953. Er holte sich damals im Umkreis von Berchtesgaden sein Schlachtvieh und lieferte die Fleisch- und Wurstwaren an Hotels aus. Auch der zweite Briefeintrag aus 1959 lautet auf einen Metzgermeister, namens Hans Koller, sogar in derselben Straße ein paar Hausnummern weiter beheimatet. Bereits ein Jahr später änderte sich der Einsatzzweck der Pritsche jedoch. Nicht mehr Schweinehälften, sondern Limonaden fanden auf die Ladefläche von Fritz Siegers Tempo, der dann 16 Jahre lang die Abnehmer in der Bergwelt um Ramsau, einem Nachbarort von Berchtesgaden, belieferte. 1966 ist auch ein Tausch des 452 ccm Heinkel-Motors dokumentiert, wahrscheinlich den anstrengenden Bergetappen geschuldet. Viele Stempel über Stilllegungen in den Herbstmonaten und Wiederinbetriebnahmen im Frühjahr haben wahrscheinlich mit dem geringeren Limonadendurst in der kalten Jahreszeit zu tun, aber halfen sicher dabei, dem Lieferwagen Winterschäden zu ersparen. 1976 beim letzten dokumentierten Besitzerwechsel durfte der Wiking weiterhin sein altes Kennzeichen BGD-AD 83 behalten, da der Wohnort derselbe blieb. 1978 wurde er dann letztmalig abgemeldet. Nach einer Frischzellenkur fand die Pritsche dann ihren Altersruhesitz in einer größeren Kleinwagen- und Zweiradsammlung, diesmal aber nicht bei Berchtesgaden! Viele Wikings aus 1953 mit offener Ladefläche dürfte es nicht mehr geben, hier heißt es zugreifen.

Chassis: 501022
Papiere: Deutscher Fahrzeugbrief von 1953

02.07.2022 - 15:00

Realized price: **
EUR 9,890.-
Estimate:
EUR 12,000.- to EUR 18,000.-

1953 Tempo Wiking Pritschenwagen (ohne Limit / no reserve)


Typischer Vertreter der Wiederaufbau-Pioniere
Bestens dokumentierte Geschichte
Liebevoll restauriert

Die Vidal & Sohn Tempo-Werk GmbH mit Sitz in Hamburg produzierte ab 1928 Lieferwagen, am bekanntesten darunter sicher die Tempo-Dreiräder. Deren herausragendes Prinzip war, alles für den Antrieb Notwendige im Fahrerhaus unterzubringen, sodass man in der Wahl des Aufbaues freie Hand hatte. Auch wenn sich das Prinzip über Jahrzehnte gehalten hat, die Ansprüche in den Aufbaujahren nach dem Krieg waren inzwischen doch gewachsen und die Stückzahlen fielen rapide. So stellte man deshalb 1953 den vierrädrigen Tempo Wiking als Nachfolger für den als nicht mehr zeitgemäß empfundenen dreirädrigen Tempo Hanseat vor. Das Fahrzeug war vergleichsweise günstig und bewusst unterhalb des nächstgrößeren Modells Matador 1000 angesiedelt. Zwar in ähnlicher Konstruktionsweise ausgeführt, wurden beim neuen Wiking viele Bauteile einfacher ausgelegt und auch etwas kleiner dimensioniert. Auf alle Fälle hatte man den Bedarf richtig eingeschätzt und die Kundschaft bestellte fleißig.

Auch der selbständige Metzgermeister Franz Claudy aus Berchtesgaden griff bereits im Erscheinungsjahr zu. Der erste Eintrag im alten Pappdeckelbrief datiert auf den 25. November 1953. Er holte sich damals im Umkreis von Berchtesgaden sein Schlachtvieh und lieferte die Fleisch- und Wurstwaren an Hotels aus. Auch der zweite Briefeintrag aus 1959 lautet auf einen Metzgermeister, namens Hans Koller, sogar in derselben Straße ein paar Hausnummern weiter beheimatet. Bereits ein Jahr später änderte sich der Einsatzzweck der Pritsche jedoch. Nicht mehr Schweinehälften, sondern Limonaden fanden auf die Ladefläche von Fritz Siegers Tempo, der dann 16 Jahre lang die Abnehmer in der Bergwelt um Ramsau, einem Nachbarort von Berchtesgaden, belieferte. 1966 ist auch ein Tausch des 452 ccm Heinkel-Motors dokumentiert, wahrscheinlich den anstrengenden Bergetappen geschuldet. Viele Stempel über Stilllegungen in den Herbstmonaten und Wiederinbetriebnahmen im Frühjahr haben wahrscheinlich mit dem geringeren Limonadendurst in der kalten Jahreszeit zu tun, aber halfen sicher dabei, dem Lieferwagen Winterschäden zu ersparen. 1976 beim letzten dokumentierten Besitzerwechsel durfte der Wiking weiterhin sein altes Kennzeichen BGD-AD 83 behalten, da der Wohnort derselbe blieb. 1978 wurde er dann letztmalig abgemeldet. Nach einer Frischzellenkur fand die Pritsche dann ihren Altersruhesitz in einer größeren Kleinwagen- und Zweiradsammlung, diesmal aber nicht bei Berchtesgaden! Viele Wikings aus 1953 mit offener Ladefläche dürfte es nicht mehr geben, hier heißt es zugreifen.

Chassis: 501022
Papiere: Deutscher Fahrzeugbrief von 1953


Buyers hotline Mon.-Fri.: 10.00am - 4.00pm
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Auction: Klassische Fahrzeuge
Date: 02.07.2022 - 15:00
Location: Vösendorf
Exhibition: 30.06. – 02.07.2022


** Purchase price incl. charges and taxes

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