Lot Nr. 116


Bachmann, Ingeborg,


Bachmann, Ingeborg, - Autographen

Schriftstellerin, 1926 - 1973. Manuskript "Die Wochenzeitung des Jungfrauenheimes in Mittewald", o. O., o. D. (frühe 1940er Jahre), 9 S., blaue Tinte auf kariertem Papier, papierbedingt etwas gebräunt, Fadenheftung, 8vo.

Die bisher unbekannte sehr frühe im Stil eines publizistischen Mediums gehaltene Prosaarbeit beschreibt in ironischer Brechung einige Tage, die Bachmann während des Krieges zusammen mit einigen Schulfreundinnen im Jugenderholungs heim in Mittewald ob Villach (Kärnten) verbrachte: "... 20. Juli. Polizeidienst Mittewald meldet: Vergangene Nacht sind in unserem friedfertigen Mitte wald pöbelhafte Unruhen ausgebrochen. Unbekannte Täter, die wahrscheinlich unter dem Einfluß des Alkohols standen, störten die Ruhe unserer lieben Mitbürger durch entsetz liches Gröhlen, das etwa bis gegen Mitternacht anhielt (...) 21. Juli. Polizeidienst Mittewald stellt richtig: Das irrtümlich als Gröhlen bezeich nete Geräusch, das die Nacht von vorgestern auf gestern gehört wurde hat sich nicht als solches erwiesen, sondern es stellt sich heraus, daß dies das liebreizende Singen aus zarten jungfräulichen Kehlen war, nämlich des Absingen des so gefühlvollen Abendliedes von Claudius: Guter Mond, Du gehst so stille (...) Durch das jubelnde Klingen der bezaubernden Jungfrauenstimmen, sollen nämlich einige "milites" der bekannten Garnisonstadt Villach auf die neuen Bewohner des Heimes aufmerksam geworden sein. Man vermutet, daß ihr Anrücken in den nächsten Tagen erfolgt. Die Damen sind sich noch nicht im klaren, welche Gefühle sie dann an den Tag legen sollen".

Experte: Mag. Andreas Löbbecke Mag. Andreas Löbbecke
+43-1-515 60-389

books@dorotheum.at

02.06.2014 - 15:00

Rufpreis:
EUR 5.000,-

Bachmann, Ingeborg,


Schriftstellerin, 1926 - 1973. Manuskript "Die Wochenzeitung des Jungfrauenheimes in Mittewald", o. O., o. D. (frühe 1940er Jahre), 9 S., blaue Tinte auf kariertem Papier, papierbedingt etwas gebräunt, Fadenheftung, 8vo.

Die bisher unbekannte sehr frühe im Stil eines publizistischen Mediums gehaltene Prosaarbeit beschreibt in ironischer Brechung einige Tage, die Bachmann während des Krieges zusammen mit einigen Schulfreundinnen im Jugenderholungs heim in Mittewald ob Villach (Kärnten) verbrachte: "... 20. Juli. Polizeidienst Mittewald meldet: Vergangene Nacht sind in unserem friedfertigen Mitte wald pöbelhafte Unruhen ausgebrochen. Unbekannte Täter, die wahrscheinlich unter dem Einfluß des Alkohols standen, störten die Ruhe unserer lieben Mitbürger durch entsetz liches Gröhlen, das etwa bis gegen Mitternacht anhielt (...) 21. Juli. Polizeidienst Mittewald stellt richtig: Das irrtümlich als Gröhlen bezeich nete Geräusch, das die Nacht von vorgestern auf gestern gehört wurde hat sich nicht als solches erwiesen, sondern es stellt sich heraus, daß dies das liebreizende Singen aus zarten jungfräulichen Kehlen war, nämlich des Absingen des so gefühlvollen Abendliedes von Claudius: Guter Mond, Du gehst so stille (...) Durch das jubelnde Klingen der bezaubernden Jungfrauenstimmen, sollen nämlich einige "milites" der bekannten Garnisonstadt Villach auf die neuen Bewohner des Heimes aufmerksam geworden sein. Man vermutet, daß ihr Anrücken in den nächsten Tagen erfolgt. Die Damen sind sich noch nicht im klaren, welche Gefühle sie dann an den Tag legen sollen".

Experte: Mag. Andreas Löbbecke Mag. Andreas Löbbecke
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Käufer Hotline Mo.-Fr.: 10.00 - 18.00
stamps@dorotheum.at

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Auktion: Autographen
Datum: 02.06.2014 - 15:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 23.05. - 02.06.2014