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SCHWERPUNKT INFORMEL

30. Mai bis 2. Juni 2017: Dorotheum Auktionswoche mit moderner und zeitgenössischer Kunst


Die Auktionswoche vom 30. Mai bis 2. Juni im Dorotheum stellt moderne und zeitgenössische Kunst in den Fokus. Ein großer Schwerpunkt der Auktion mit Zeitgenössischer Kunst am 31. Mai 2017 ist der Stilrichtung „Informel“ gewidmet. Bei diesen abstrakten Werken, geboren aus dem Geist der Nachkriegsmoderne und somit der Erneuerung, stehen die Sichtbarmachung des Bildprozesses sowie spontane Malgesten im Vordergrund. Der Begriff „Informel“, oft auch in Zusammenhang mit „Lyrischer Abstraktion“ und „Tachismus“ genannt, wurde vom französischen Kunstkritiker Michel Tapié 1952 geprägt.
 
Informelle Kunst vereint in der Auktion so unterschiedliche Werke wie Strichbilder von Hans Hartung, kalligraphisch-dynamische Arbeiten von Georges Mathieu oder Emilio Vedova sowie flächige Materialbilder eines Nicolas De Stael. Mit De Staels „Composition“ von 1950 hält das Dorotheum ein besonderes, frühes Beispiel parat (€ 200.000 – 300.000).
 
Informel – schnell und spontan
Georges Mathieu fertigte meterlange Bilder live vor Publikum. Schnelligkeit und Spontanität zählten: „Ich glaube, dass die Einführung von Geschwindigkeit in der westlichen Ästhetik ein bedeutendes Phänomen ist. Es entspringt naturgemäß der Tatsache, dass die Malerei schrittweise von der Notwendigkeit irgendeiner Referenz befreit ist: jener der Natur, des Kanons der Schönheit, des ersten Entwurfes. Geschwindigkeit meint deshalb den definitiven Verzicht auf künstlerische Malmethoden zugunsten purer Methoden der Bildfindung. Ist nicht die einzige Berufung eines Künstlers zu erfinden, nicht zu kopieren?“.
 
Rauch und Raster – Wesselmann und Polke
Eines der Highlights ist zweifellos ein plakatives Werk des US-amerikanischen Pop-Art-Erotikers Tom Wesselmann, bekannt durch seine puppenhaften „American Nudes“, die rauchend in bunter Umgebung posieren. Auf dem im Dorotheum angebotenen Bild hingegen entfaltet eine einzige Zigarette und deren bizarrer Rauch ein faszinierendes Eigenleben (€ 380.000 – 480.000). Individualität und Archaik verbindet ein ganz besonderes Objekt der Auktion vom 30. Mai: Von der frühen Mariendarstellung zieht sich das Thema „Mutter und Kind“ durch die gesamte westliche Kunstgeschichte - eine ganz profane, für den Künstler typisch, extrem voluminöse Version in patinierter Bronze liefert Fernando Botero (€ 180.000 – 220.000). Und bei Erwin Wurms geschwärzter Bronzefigur ist „Mutter“ gar eine auf Schuhen stehende Wärmflasche (1/5, € 70.000 – 120.000).
 
Nichts weniger als dem Ursprung der Malerei ist, zum Teil mit viel Ironie, Sigmar Polke auf der Spur. Seine Rasterbilder nahmen bereits in den 1960er Jahren die Optik digitaler Techniken vorweg. Mit den zarten Gitternetzlinien, die die Funktion des Rasterpunkts ins Negative kehren, verleiht Sigmar Polke in der im Dorotheum offerierten, großformatigen und unbetitelten Papierarbeit aus 1998 eine magische Tiefe. Die mit einer Wabenstruktur durchzogene feine Form, deren schwarze Linien von zart gepunktet bis fett variieren, assoziiert beim Betrachter immer neue Gedanken-Bilder. Bienenstock, Facettenauge, Hirnstruktur, Drahtknäuel …: Die Assoziationen sind vielfältig und individuell subjektiv (€ 250.000 – 300.000).
 
Sixties-Avantgarde – Deutschland und Italien
Besonders erfolgreich ist das Dorotheum im Bereich der deutschen und italienischen Avantgarde der 1960er Jahre. Werke von Günther Uecker, Herbert Zangs, Gotthard Graubner oder Heinz Mack bieten eine reichliche Auswahl für Sammler. Bildobjekte von Enrico Castellani und Agostino Bonalumi sowie ein u. a. mit Graffiti versehener „Concetto Spaziale“ von Lucio Fontana, entstanden 1960, geben hervorragende Beispiele ab punkto der damaligen künstlerischen Bestrebungen zur „Erweiterung des Tafelbildes“ ins Stoffliche, Räumliche.
 
Große Namen aus Österreich – Klimt bis Zobernig
Von Seiten der österreichischen Kunst hält die Auktion Arbeiten von Otto Muehl, Franz West, Herbert Brandl oder Heimo Zobernig bereit. Das singuläre Oeuvre von Maria Lassnig generiert derzeit immer mehr internationale Aufmerksamkeit und Ausstellungen weltweit. Eines ihrer Selbstporträts, ihrer „Körperzustandsbilder“, ist in Form einer Kohlezeichnung vertreten (€ 35.000 – 50.000). Werke der Klassischen Moderne, die am 30. Mai versteigert werden, stammen u. a. von Albin Egger-Lienz, Alfons Walde, Gustav Klimt oder Carl Moll.

 

AUKTIONSWOCHE
Klassische Moderne Dienstag, 30. Mai 2017, 18 Uhr
Zeitgenössische Kunst Teil 1 Mittwoch 31. Mai 2017, 18 Uhr Teil 2 Donnerstag, 1. Juni 2017, 17 Uhr
Juwelen Donnerstag, 1. Juni 2017, 14 Uhr
Armband- und Taschenuhren Freitag, 2. Juni 2017, 16 Uhr
Besichtigung ab Samstag, 20. Mai 2017
Ort Palais Dorotheum, Wien 1, Dorothergasse 17


Bildmaterial:

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