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Lot Nr. 96


Ciro Ferri


Ciro Ferri - Alte Meister

(Rom 1633–1689)
Bildnis des Papstes Clemens X. Altieri,
Öl auf Leinwand, 66 x 53 cm, gerahmt

Provenienz:
Auktion, Sotheby’s, Mailand, 1. June 2004, Lot 109 (als Römische Schule, 17. Jahrhundert);
Privatsammlung, Rom

Literatur:
F. Petrucci, Pittura di Ritratto a Roma. Il Seicento, Rom 2008, Bd. I, S. 48–51, Abb. 70, Bd. II, S. 315, Bd. III, S. 563, Abb. 208 (als Ciro Ferri?)

Wir danken Francesco Petrucci, der die Zuschreibung vorgeschlagen hat.

Ciro Ferri stand in regem Kontakt mit Papst Klemens X. Altieri (1670–1676). 1670 malte er das signierte und datierte Gemälde Christus erscheint dem heiligen Kajetan von Thiene (Palazzo Altieri, ABI, Rom) als Gegenstück zu Carlo Marattis Bild Der Heilige Filippo Benizi und die Gotteslästerer (siehe M. G. Bernardini, Un’opera di Ciro Ferri per Papa Clemente X Altieri, in: Studi di Storia dell’arte in onore di Sir Denis Mahon, hrsg. von M. G. Bernardini/S. Danesi Squarzina/C. Strinati, Mailand 2000, S. 313–321).

1673 taucht Ciros Name wieder in Verbindung mit Altieri auf, als der französische Stecher Benoît Farjat (1646–1724) sich für ein Frontispiz mit Theseus und Herkules mit dem Porträt von Kardinal Paluzzo Altieri (1623–1698), dem Onkel von Gaspare Albertoni, welcher der Adoptivsohn Klemens X. war, auf Ciro Ferris Zeichnung stützte.

Ferris Porträtschaffen ist nur zum Teil bekannt. In dem vorliegenden Papstbildnis, das sich durch eine freie Pinselführung und eine große psychologische Innenschau auszeichnet, treten die Fähigkeiten des Künstlers in diesem Genre zutage. Ciro Ferri war ein vielseitiger Künstler und begabter Zeichner – Qualitäten, die auch in seinem Selbstporträt in den Uffizien (1665/66, Inv. Nr. 1890/1696) sowie in dem Porträt der Camilla Orsini Borghese in der Galleria Pallavicini zu beobachten sind.

Das vorliegende Porträt ist mit dem Giovan Battista Gaulli, gen. Baciccio, zugeschriebenen Bildnis Klemens’ X. (Florenz, Galleria degli Uffizi, Inv. Nr. 1890/2635) zu vergleichen. Eine eigenhändige Replik von diesem Werk befand sich im Besitz von Kardinal Camillo Massimo in Rom. Ciro Ferri war eng mit dem Hof der Medici verbunden und wusste mit großer Wahrscheinlichkeit von der Sammlung Massimo in Rom, sodass er möglicherweise beide Werke im Original gesehen hatte.

Ciro Ferri war ein Schüler Pietro da Cortonas, dessen Werkstatt er nach 1669 übernahm. Rasch wurde er zu einem der gefragtesten Künstler des späten 17. Jahrhunderts. Als meisterlicher Zeichner stellte er seine Vielseitigkeit in der angewandten Kunst, in der Bildhauerei (als Direktor der Accademia Medicea in Rom) und in ephemeren Arbeiten, aber auch in der Tafel- und Freskomalerei zu Schau.

Maria Cristina Paoluzzi wird das vorliegende Gemälde als zur Gänze eigenhändiges Werk in ihr in Vorbereitung befindliches Werkverzeichnis aufnehmen. Sie datiert das Gemälde zwischen 1672 und 1674.

17.10.2017 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 21.250,-
Schätzwert:
EUR 10.000,- bis EUR 15.000,-

Ciro Ferri


(Rom 1633–1689)
Bildnis des Papstes Clemens X. Altieri,
Öl auf Leinwand, 66 x 53 cm, gerahmt

Provenienz:
Auktion, Sotheby’s, Mailand, 1. June 2004, Lot 109 (als Römische Schule, 17. Jahrhundert);
Privatsammlung, Rom

Literatur:
F. Petrucci, Pittura di Ritratto a Roma. Il Seicento, Rom 2008, Bd. I, S. 48–51, Abb. 70, Bd. II, S. 315, Bd. III, S. 563, Abb. 208 (als Ciro Ferri?)

Wir danken Francesco Petrucci, der die Zuschreibung vorgeschlagen hat.

Ciro Ferri stand in regem Kontakt mit Papst Klemens X. Altieri (1670–1676). 1670 malte er das signierte und datierte Gemälde Christus erscheint dem heiligen Kajetan von Thiene (Palazzo Altieri, ABI, Rom) als Gegenstück zu Carlo Marattis Bild Der Heilige Filippo Benizi und die Gotteslästerer (siehe M. G. Bernardini, Un’opera di Ciro Ferri per Papa Clemente X Altieri, in: Studi di Storia dell’arte in onore di Sir Denis Mahon, hrsg. von M. G. Bernardini/S. Danesi Squarzina/C. Strinati, Mailand 2000, S. 313–321).

1673 taucht Ciros Name wieder in Verbindung mit Altieri auf, als der französische Stecher Benoît Farjat (1646–1724) sich für ein Frontispiz mit Theseus und Herkules mit dem Porträt von Kardinal Paluzzo Altieri (1623–1698), dem Onkel von Gaspare Albertoni, welcher der Adoptivsohn Klemens X. war, auf Ciro Ferris Zeichnung stützte.

Ferris Porträtschaffen ist nur zum Teil bekannt. In dem vorliegenden Papstbildnis, das sich durch eine freie Pinselführung und eine große psychologische Innenschau auszeichnet, treten die Fähigkeiten des Künstlers in diesem Genre zutage. Ciro Ferri war ein vielseitiger Künstler und begabter Zeichner – Qualitäten, die auch in seinem Selbstporträt in den Uffizien (1665/66, Inv. Nr. 1890/1696) sowie in dem Porträt der Camilla Orsini Borghese in der Galleria Pallavicini zu beobachten sind.

Das vorliegende Porträt ist mit dem Giovan Battista Gaulli, gen. Baciccio, zugeschriebenen Bildnis Klemens’ X. (Florenz, Galleria degli Uffizi, Inv. Nr. 1890/2635) zu vergleichen. Eine eigenhändige Replik von diesem Werk befand sich im Besitz von Kardinal Camillo Massimo in Rom. Ciro Ferri war eng mit dem Hof der Medici verbunden und wusste mit großer Wahrscheinlichkeit von der Sammlung Massimo in Rom, sodass er möglicherweise beide Werke im Original gesehen hatte.

Ciro Ferri war ein Schüler Pietro da Cortonas, dessen Werkstatt er nach 1669 übernahm. Rasch wurde er zu einem der gefragtesten Künstler des späten 17. Jahrhunderts. Als meisterlicher Zeichner stellte er seine Vielseitigkeit in der angewandten Kunst, in der Bildhauerei (als Direktor der Accademia Medicea in Rom) und in ephemeren Arbeiten, aber auch in der Tafel- und Freskomalerei zu Schau.

Maria Cristina Paoluzzi wird das vorliegende Gemälde als zur Gänze eigenhändiges Werk in ihr in Vorbereitung befindliches Werkverzeichnis aufnehmen. Sie datiert das Gemälde zwischen 1672 und 1674.


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 17.10.2017 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 07.10. - 17.10.2017


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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