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Lot Nr. 69


Artemisia Gentileschi und Onofrio Palumbo


(Rom 1593 – nach 1654 Neapel) und (Neapel um 1606 – um 1656)
Abraham und die drei Engel,
Öl auf Leinwand, 144,5 x 200,8 cm, gerahmt

Provenienz:
Privatsammlung, Rom;
Privatsammlung, L’Aquila;
Auktion, Artemisia Auctions, Paris, 16. Juni 2014, Lot 44 (als Bernardo Cavallino);
europäische Privatsammlung

Dokumentation:
möglicherweise Archivio Storico del Banco di Napoli, Banco dei Poveri. Volume di bancali matr. 1386. Partita di ducati 5 del 24 dicembre 1645 estinta il 4 gennaio 1646. „Pagamento ad Artemisia Gentileschi per un quadro raffigurante Abramo“ (siehe G. Guida, Alcuni artisti dei secoli XVII–XIX nelle carte dell’Archivio storico del Banco di Napoli-Fondazione, in: Istituto Banco di Napoli-Fondazione. Quaderni dell’Archivio storico, 2011–2013, Neapel 2014, S. 383)

Literatur:
D. de Sarno Prignano, L’incontro di Abramo con i tre angeli di Bernardo Cavallino, in: L. Muti, D. de Sarno Prignano (Hg.), Capolavori in proscenio. Dipinti del Cinque, Sei e Settecento, Faenza 2006, S. 113, Abb. 18, S. 130 (als „eigenhändiges Werk Cavallinos, bis dato unbekannt“)

Das vorliegende Gemälde ist in der Fototeca Zeri unter Nr. 51244 verzeichnet (als Giuseppe Marullo).

Wir danken Giuseppe Porzio, der die Zuschreibung vorgeschlagen hat, für seine Hilfe bei der Katalogisierung des Lots.

Zudem danken wir Maria Cristina Terzaghi, die die Zuschreibung unabhängig von Letzterem auf Grundlage einer Fotografie bestätigt hat.

Das vorliegende Bild gehört in Artemisia Gentileschis zweite neapolitanische Phase und ist laut Giuseppe Porzio in die Mitte der 1640er Jahre zu datieren. Artemisias großer kommerzieller Erfolg und ihre besonderen Führungsqualitäten waren die Voraussetzungen, dass sie, um der damaligen regen Nachfrage ihrer Werke begegnen zu können, einer großen und gut organisierten Werkstatt vorstand, in der sie viele junge, talentierte Maler beschäftigte. Zu diesen Künstlern gehörten Bernardo Cavallino und vor allem Onofrio Palumbo (oder genauer Palomba), der als Gentileschis Mitarbeiter verzeichnet und dokumentiert ist (siehe G. Porzio, in: Dizionario biografico degli italiani, LXXX, Rom 2014, S. 652–655).

Die in einer engen Zusammenarbeit bestehende Werkstattpraxis, die Artemisias gesamte neapolitanische Produktion kennzeichnet, ging trotz gelegentlicher stilistischer Unstimmigkeiten mit einem deutlich erkennbaren Werkstattstil und einer charakteristischen Themenwahl einher. Es ist daher sehr schwierig, die Hand Artemisias von jenen ihrer Mitarbeiter zu unterscheiden. Das heißt, dass bereits zu Lebzeiten der Künstlerin der Name Artemisia Gentileschi eher für einen konzeptuellen und qualitativen Standard stand als für die Geltendmachung der Hand der Meisterin für das gesamte Gemälde.

Im vorliegenden Gemälde erinnern die Engel, die malerische Handschrift, die Farbpalette und die schillernden Gewänder an die Frauengestalten von Artemisias Gemälde Lot und seine Töchter in der Nunziatura Apostolica in Madrid, das von Gabriele Finaldi publiziert wurde (G. Finaldi, Pittura napoletana nella Nunziatura Apostolica di Madrid, in: Ricerche sull’arte a Napoli in età moderna. Saggi e documenti 2014. Scritti in onore di Giuseppe De Vito, Neapel 2014, S. 179f., Abb. 8). Dasselbe gilt für die Protagonisten im Gemälde Samson und Delilah im Palazzo Zevallos in Neapel, das nach einer komplexen Zuschreibungsgeschichte nun allgemein als ein Werk von Artemisia anerkannt wird.

Bezeichnenderweise gibt es einen Zahlungsnachweis an Artemisia vom Dezember 1645 für ein Bild mit einer Darstellung von Abraham in der Größe von vier bis fünf palmi („uno quatro d’Abramo di palmi cinque e quattro“), das jedoch nicht identifiziert werden konnte (siehe G. Guida, Alcuni artisti dei secoli XVII–XIX nelle carte dell’Archivio storico del Banco di Napoli-Fondazione, in: Istituto Banco di Napoli-Fondazione. Quaderni dell’Archivio storico, 2011–2013, Neapel 2014, S. 383). Es wurde vermutet, dass es sich dabei um das vorliegende Gemälde handeln könnte, u. a. auch deshalb, weil es stilistisch in die 1640er Jahre datiert werden kann.

Experte: Mark MacDonnell Mark MacDonnell
+43 1 515 60 312

oldmasters@dorotheum.com

11.05.2022 - 16:00

Schätzwert:
EUR 250.000,- bis EUR 300.000,-

Artemisia Gentileschi und Onofrio Palumbo


(Rom 1593 – nach 1654 Neapel) und (Neapel um 1606 – um 1656)
Abraham und die drei Engel,
Öl auf Leinwand, 144,5 x 200,8 cm, gerahmt

Provenienz:
Privatsammlung, Rom;
Privatsammlung, L’Aquila;
Auktion, Artemisia Auctions, Paris, 16. Juni 2014, Lot 44 (als Bernardo Cavallino);
europäische Privatsammlung

Dokumentation:
möglicherweise Archivio Storico del Banco di Napoli, Banco dei Poveri. Volume di bancali matr. 1386. Partita di ducati 5 del 24 dicembre 1645 estinta il 4 gennaio 1646. „Pagamento ad Artemisia Gentileschi per un quadro raffigurante Abramo“ (siehe G. Guida, Alcuni artisti dei secoli XVII–XIX nelle carte dell’Archivio storico del Banco di Napoli-Fondazione, in: Istituto Banco di Napoli-Fondazione. Quaderni dell’Archivio storico, 2011–2013, Neapel 2014, S. 383)

Literatur:
D. de Sarno Prignano, L’incontro di Abramo con i tre angeli di Bernardo Cavallino, in: L. Muti, D. de Sarno Prignano (Hg.), Capolavori in proscenio. Dipinti del Cinque, Sei e Settecento, Faenza 2006, S. 113, Abb. 18, S. 130 (als „eigenhändiges Werk Cavallinos, bis dato unbekannt“)

Das vorliegende Gemälde ist in der Fototeca Zeri unter Nr. 51244 verzeichnet (als Giuseppe Marullo).

Wir danken Giuseppe Porzio, der die Zuschreibung vorgeschlagen hat, für seine Hilfe bei der Katalogisierung des Lots.

Zudem danken wir Maria Cristina Terzaghi, die die Zuschreibung unabhängig von Letzterem auf Grundlage einer Fotografie bestätigt hat.

Das vorliegende Bild gehört in Artemisia Gentileschis zweite neapolitanische Phase und ist laut Giuseppe Porzio in die Mitte der 1640er Jahre zu datieren. Artemisias großer kommerzieller Erfolg und ihre besonderen Führungsqualitäten waren die Voraussetzungen, dass sie, um der damaligen regen Nachfrage ihrer Werke begegnen zu können, einer großen und gut organisierten Werkstatt vorstand, in der sie viele junge, talentierte Maler beschäftigte. Zu diesen Künstlern gehörten Bernardo Cavallino und vor allem Onofrio Palumbo (oder genauer Palomba), der als Gentileschis Mitarbeiter verzeichnet und dokumentiert ist (siehe G. Porzio, in: Dizionario biografico degli italiani, LXXX, Rom 2014, S. 652–655).

Die in einer engen Zusammenarbeit bestehende Werkstattpraxis, die Artemisias gesamte neapolitanische Produktion kennzeichnet, ging trotz gelegentlicher stilistischer Unstimmigkeiten mit einem deutlich erkennbaren Werkstattstil und einer charakteristischen Themenwahl einher. Es ist daher sehr schwierig, die Hand Artemisias von jenen ihrer Mitarbeiter zu unterscheiden. Das heißt, dass bereits zu Lebzeiten der Künstlerin der Name Artemisia Gentileschi eher für einen konzeptuellen und qualitativen Standard stand als für die Geltendmachung der Hand der Meisterin für das gesamte Gemälde.

Im vorliegenden Gemälde erinnern die Engel, die malerische Handschrift, die Farbpalette und die schillernden Gewänder an die Frauengestalten von Artemisias Gemälde Lot und seine Töchter in der Nunziatura Apostolica in Madrid, das von Gabriele Finaldi publiziert wurde (G. Finaldi, Pittura napoletana nella Nunziatura Apostolica di Madrid, in: Ricerche sull’arte a Napoli in età moderna. Saggi e documenti 2014. Scritti in onore di Giuseppe De Vito, Neapel 2014, S. 179f., Abb. 8). Dasselbe gilt für die Protagonisten im Gemälde Samson und Delilah im Palazzo Zevallos in Neapel, das nach einer komplexen Zuschreibungsgeschichte nun allgemein als ein Werk von Artemisia anerkannt wird.

Bezeichnenderweise gibt es einen Zahlungsnachweis an Artemisia vom Dezember 1645 für ein Bild mit einer Darstellung von Abraham in der Größe von vier bis fünf palmi („uno quatro d’Abramo di palmi cinque e quattro“), das jedoch nicht identifiziert werden konnte (siehe G. Guida, Alcuni artisti dei secoli XVII–XIX nelle carte dell’Archivio storico del Banco di Napoli-Fondazione, in: Istituto Banco di Napoli-Fondazione. Quaderni dell’Archivio storico, 2011–2013, Neapel 2014, S. 383). Es wurde vermutet, dass es sich dabei um das vorliegende Gemälde handeln könnte, u. a. auch deshalb, weil es stilistisch in die 1640er Jahre datiert werden kann.

Experte: Mark MacDonnell Mark MacDonnell
+43 1 515 60 312

oldmasters@dorotheum.com


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister I
Datum: 11.05.2022 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 30.04. - 11.05.2022